Die Beziehung zwischen der Familie Persoz und dem Absinth reicht bis ins 19. Jahrhundert zurück. Jean-François Persoz, Chemiker, Professor an der Sorbonne und Mann der Wissenschaft, destillierte bereits drei verschiedene Absinthe, deren Formeln einen bleibenden Eindruck im Familienerbe hinterlassen sollten. Das Wissen um Pflanzen und Extraktion wurde nicht nur als Handwerk, sondern als disziplinierte Forschung betrachtet.
Während der Jahre des Verbots bestand dieses Wissen diskret fort. Im Postamt von Mont-des-Verrières destillierte Lucie Persoz weiterhin nach den überlieferten Methoden und bewahrte die ursprünglichen Handgriffe und aromatischen Gleichgewichte, auch wenn sich die Rezepturen mit der Zeit und den Umständen weiterentwickelten.
Nach der Legalisierung übernahm Gaudentia die Verantwortung für das Familienerbe ihres Mannes und wurde 2005 die erste Frau, die in der Schweiz legal Absinth destillierte. In der Brennerei, die nun Besucher empfängt, wird jede Etappe — von der Destillation über die Abfüllung bis zur Etikettierung — mit bedachter Präzision ausgeführt, als Ausdruck eines Erbes, das von Wissenschaft und Ausdauer gleichermassen geprägt ist.